Es passiert in fast jeder Familie mit zwei Zuhause: Am Morgen fehlt das Mathebuch, das Turnsackerl oder der Zeichenblock, und alles liegt im anderen Haus. Das ist ärgerlich, aber kein Drama, und mit ein paar einfachen Gewohnheiten wird es seltener. Ein ruhiger Ton hilft mehr als Vorwürfe, denn das Kind hat sein Buch nicht mit Absicht vergessen, und meistens ist es selbst schon betrübt genug darüber.
Legt gemeinsam mit dem Kind eine kleine Liste an, die jeden Wechsel begleitet: Schulbücher, Hefte, Federpennal, Turnzeug, Jause. Eine Version hängt in der Nähe der Tür, eine zweite steckt in der Schultasche. Am Tag vor dem Wechsel geht das Kind die Liste durch und hakt ab, was schon eingepackt ist. Wer möchte, macht daraus ein kleines Ritual mit einer Tasse Tee. Anfangs kann ein Erwachsener die Tasche kurz gemeinsam mit dem Kind kontrollieren, bevor sie zur Tür hinausgeht.
Wenn doch etwas fehlt
Wenn etwas fehlt, ist eine kurze, freundliche Nachricht an das andere Zuhause der einfachste Weg. Schreibt, was gebraucht wird und wann es in der Schule sein muss. Klärt, ob es jemand vorbeibringen kann oder ob eine Kopie oder das Ausleihen bei einem Klassenkameraden reicht. Die Lehrerin oder der Lehrer hat mit solchen Dingen Erfahrung und zeigt meist Verständnis, wenn man kurz Bescheid sagt.
Praktisch ist es, wenn wichtige Dinge doppelt vorhanden sind. Ein zweites Federpennal, ein zweites Paar Turnschuhe oder ein Ersatzbuch, wenn möglich aus der Klasse geliehen, nehmen viel Druck aus dem Alltag. Auch ein kleines Regal, das nur für Schulsachen gedacht ist, kann helfen. Was dort steht, bleibt dort und wandert nicht ständig hin und her, und das Kind weiß immer, wo es zuerst suchen muss.
Lasst das Kind Verantwortung übernehmen, aber unterstützt es dabei. Loben, wenn es gut gepackt hat, wirkt stärker als Tadeln bei Vergessenem. Und wenn doch einmal etwas fehlt, hilft es, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen und dann weiterzumachen. So lernt das Kind, mit kleinen Rückschlägen gelassen umzugehen, und die Erwachsenen sparen sich ihre Nerven für Wichtigeres. Auch ein kurzes Gespräch am Sonntagabend über die kommende Woche hilft, den Überblick zu behalten.