Luft zwischen den Terminen lassen, damit Verspätungen Platz haben

Landschaftsillustration

Kaum etwas macht den Familienalltag so hektisch wie Termine, die Schlag auf Schlag aufeinanderfolgen. Der Kindergarten ist zu Ende, die Musikstunde beginnt, danach muss noch eingekauft werden, und eine kleine Verspätung genügt, damit alles ins Wanken gerät. Wer zwischen den Terminen ein wenig Luft lässt, gewinnt Ruhe. Diese Luft ist keine verlorene Zeit, sie ist der Raum, in dem der Alltag atmen darf und in dem auch Unvorhergesehenes Platz findet.

Beginnt damit, die Woche einmal ehrlich anzuschauen. Wo liegen Termine so eng beieinander, dass niemand Zeit zum Anziehen, Parkieren oder Umziehen hat? Rechnet grosszügig, wie lange ein Weg wirklich dauert, mit Kindern, Schuhen, Jacken und der Frage, wo die Trinkflasche ist. Meist stellt man fest, dass es mit einer kleinen Verschiebung oder einem früheren Aufbruch deutlich gelassener geht. Auch die Schuhe fürs Wetter, die Turnsachen und das Znüni gehören zur Zeitrechnung, denn sie werden gern vergessen und kosten dann im letzten Moment viele Minuten.

Kleine Puffer, grosse Wirkung

Ein Puffer kann ganz unterschiedlich aussehen. Etwas früher losgehen, auf das Kind warten, wenn es noch die Schuhe bindet, oder einen Termin am Nachmittag streichen, damit ein freier Nachmittag entsteht. Vielleicht hilft auch ein fester freier Nachmittag in der Woche, den alle im Kalender schützen. Wenn möglich, plant nach einem anstrengenden Tag nichts Grosses mehr. Kinder brauchen Zeit, um anzukommen, und Erwachsene brauchen sie ebenso, um wieder zu Atem zu kommen.

Wenn mehrere Erwachsene den Alltag teilen, lohnt sich ein gemeinsamer Blick auf die Termine. Wer kann einen Weg übernehmen, und wo kann jemand einspringen, wenn es eng wird? Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht genügt, um Verspätungen aufzufangen. So fühlt sich niemand allein verantwortlich, und Verspätungen verlieren ihren Schrecken.

Übt auch mit den Kindern, gelassen zu bleiben, wenn es einmal später wird. Ein lockerer Satz, dass man ein bisschen später kommt und das nicht schlimm ist, nimmt viel Druck heraus. Wer bewusst Luft einplant, erlebt seltener das Gefühl, immer hinterherzurennen. Mit der Zeit wird der freie Raum zur Selbstverständlichkeit, und der Familienalltag fühlt sich leichter an, auch in Wochen, in denen viel los ist.